Atomenergie: Proteste in München
Die von der Bundesregierung beschlossene Laufzeitverlängerung für die 17 deutschen Atomkraftwerke, die im Durchschnitt einen verlängerten Betrieb von 12 Jahren möglich macht, stößt nicht nur bei den Umweltschützern sondern auch in der Politik und vor allem in der Bevölkerung auf Gegenwehr. Um ihrem Unmut darüber Ausdruck zu verleihen, demonstrierten am vergangenen Samstag etwa 50.000 Menschen in München.
Friedlich aber bestimmt
Nach Angaben der Organisatoren und der Polizei verlief die Demonstration sehr friedlich. Ursprünglich rechneten die Organisatoren „KettenreAktion Bayern“ mit 15.000 Demonstranten. Doch dass es letztlich gut 50.000 wurden, beeindruckte selbst sie. „Es ist ein Riesenerfolg für uns. Es ist das angekündigte und erwartete Erdbeben“, erklärte Markus Greineder (Organisator) Die Demonstranten bildeten eine Menschenkette die an der Staatskanzlei Bayerns, den Zentralen von Siemens, der CDU und dem Energiekonzern E.ON vorbeiführte.
Christian Ude (Bürgermeister Münchens) erklärte in seiner Rede, dass die Demonstranten keineswegs fortschrittsfeindliche Technikmuffel seien, sondern „die technologische Avantgarde“.
Auch Vertreter einiger Parteien nahmen an der Demonstration teil. Neben den Freien Wählern waren auch die SPD, die Grünen und die Linken vertreten. . Theresa Schopper (Die Grünen, Bayern) betonte, „Den Leuten stinkt es einfach. Sie haben das Gefühl, dass nicht für sie regiert wird, sondern für eine Industrielobby“.